Küchengarten

Kirschernte 2020 — dieses Jahr gerne ohne Maden

Kirschbaum im Juni 2018

In unserem ersten Gartenjahr 2018 sind wir Mitte Mai eingezogen. Da hing der Kirschbaum schon voller Kirschen, die wir bereits Anfang Juni schubkarrenweise ernteten. Der Kirschbaum hat uns den Einstieg ins Gärtnern sehr versüßt — im wahrsten Sinne des Wortes. Wir wussten schon nach wenigen Tagen gar nicht mehr wohin mit den vielen Kirschen. Uns war klar: In 2019 sind wir besser vorbereitet, haben Gläser für Marmelade vorrätig und Platz in der Tiefkühltruhe.

In 2019 dann … Maden, Maden, Maden

Schon im Mai 2019 sah ich, dass an vielen noch unreifen Kirschen sich kleine schwarze Flecken und Löcher zeigten, habe mir zu dem Zeitpunkt jedoch nicht viel dabei gedacht. Jetzt weiß ich, es war die Kirschfruchtfliege, die ihre Eier an den Kirschen ablegt, wenn diese anfangen in der Farbe von grün auf gelb zu wechseln. Als die Kirschen größer wurden, verschwanden diese Löcher und die Kirschen entwickelten einen schönen dunklen Rotton. In den ersten Tagen, in denen einzelne reife Kirschen direkt vom Baum in die körpereigene Verwertung kamen, war mir nicht aufgefallen, dass die Kirschen voller Maden waren. Erst etwas später, als ich eine Marmelade kochen wollte, fiel es auf. Was für eine Enttäuschung — es gab nahezu keine einzige Kirsche ohne Made. Madenmarmelade wollte ich weder kochen noch später essen. Auch der Gedanke, dass sich die Made bislang ja nur von Kirsche ernährt hatte, demnach quasi auch bloß Kirsche ist, half mir nicht wirklich weiter. Die Motivation und auch der Hunger waren weg. Als Strafe für den Baum (und irgendwie auch für uns) ließen wir in den Folgewochen einfach alle reifen Kirschen auf den Boden fallen. Zumindest die Vögel und Insekten freuten sich über die Kirschen mit Proteineinlage.

Lange Rede, kurzer Sinn: Was unternehmen wir jetzt, um die Ernte in 2020 madenfrei zu sichern?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Befall durch die Kirschfruchtfliege zu minimieren. Top Tipp # 1 ist, alle von Maden befallenen und heruntergefallenen Kirschen gewissenhaft auszusammeln und zu entsorgen. Das hilft jetzt leider im Mai nicht mehr, dafür hätte Vergangenheits-Johnny schon letzten Jahr gewissenhafter sein müssen — war er aber nicht. Was also tun, wenn die Kirschen schon grün am Baum hängen und sich die Larven der Kirschfruchtfliege bereit zum Flug machen?

Neben der Möglichkeit in die Vergangenheit zu reisen, um dort heruntergefallene Kirschen zu sammeln, gibt es zwei weitere Möglichkeiten, die für mich aus rein praktischen (und auch ästhetischen) Gründen ebenfalls nicht in Frage kommen: 1) Die gesamte Fläche unter dem Kirschbaum mit Vlies auslegen, um die Larven am Schlüpfen zu hindern und 2) den gesamten Baum mit Fliegenschutznetzen abdecken.

Die für mich praktikable Möglichkeit sind zwei: Zum einen sogenannte Gelbtafeln in den Baum zu hängen. Hierbei handelt es sich im Prinzip um gelb gefärbte und klebende Fliegenfallen, die mit anziehenden Duftstoffen bepinselt wurden. Die Kirschfruchtfliege steuert diese Tafeln zielgenau auf ihrer Suche nach der Farbe gelb an, bleibt kleben und verschont meine Kirschen. Klingt nach einer super einfachen Methode, kostengünstig und leicht umsetzen; ich war überzeugt und warte nur noch auf die Lieferung. Meine Recherche dazu hat ergeben, dass mit ausreichend vielen Fallen im Baum (vor allem auf der Südseite hängend, 10 – 20 Stück pro Baum) der Befall um ca. 50 % gemindert werden kann.

Die Fallen findet ihr im gut sortierten Gartenfachmarkt um die Ecke oder auch bei Amazon.

Wenn ihr den Amazon-Link nutzt, bekomme ich über das Partnerprogramm eine kleine Provision. Deshalb handelt es sich hierbei um bezahlte Werbung, auch wenn ich das Produkt selbst gekauft habe … nur zur Info 😉

Meine zweite Wahl wird erst seit wenigen Jahren beforscht, und es gibt dazu wohl noch nicht besonders umfangreiche wissenschaftliche Ergebnisse. Für mich klingt es jedoch vielversprechend und ebenfalls gut umsetzbar: Über das Gießwasser lassen sich eine bestimmte Art von Nematoden ausbringen, die dann bereits im Boden die Larven befallen. Bei Nematoden handelt es sich um winzig kleine Fadenwürmer, die je nach Gattung auch Gemüsepflanzen befallen können (das sollen sie bei mir natürlich nicht machen..). Bei der Art Steinernema feltiae handelt es sich um einen Nützling, der den Befall durch die Larven, ebenso wie die Gelbtafeln, um 50 % mindern soll. Die Nematoden werden in einem Tonmineralpulver geliefert, dann mit Regenwasser angemischt und bei min. 15 Grad Bodentemperatur auf der Fläche unter dem Kirschbaum mit der Gießkanne verteilt.

Diese Maßnahme habe ich gestern Abend durchgeführt, in der Hoffnung auf eine super Kirschernte dieses Jahr! Gelbtafeln sind bestellt und werden kommende Woche aufgehängt! Ich wünsche euch viel Erfolg bei eurer Kirschernte dieses Jahr. Ich werde im Spätsommer berichten, ob meine Maßnahmen erfolgreich waren.

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