Küchengarten

Gemüsebeete neu anlegen – von der digitalen Planung zur Ausführung — Teil 2

Von der digitalen Planung zur Umsetzung im Gemüsegarten

Im ersten Teil ging es um die Anfänge meiner „Karriere“ als Gemüsegärtner. Wer das gerne noch einmal nachlesen möchte, bitte hier entlang: Teil 1

In diesem zweiten Teil möchte ich euch gerne vorstellen, wie ich den Gemüsegarten digital mit Hilfe einer App geplant habe, was für Materialien ich besorgen musste und wie ich den Gemüsegarten angelegt habe.

Schon Mitte 2019 stand für mich fest, dass ich nach der Saison meinen Gemüsegarten neu anlegen werde. Ich hatte ja bereits mit meinen Kartoffel- bzw. jetzt Erdbeertürmen mit Baudielen experimentiert und stellte mir vor, dass ich aus solchen Baudielen Mini-Hochbeete baue, an die ich von allen Seiten herankomme. Zwischen den Beeten plante ich, kleine Wege mit gehäckseltem Holz zu streuen.

Die Fläche, die ich neu planen wollte, hat rund 40 qm (8 x 5 m). Ich fing mit Papier und Zettel an, merkte aber schnell, dass mir meine fehlenden zeichnerischen Fähigkeiten nicht helfen werden, mir hinterher vorstellen zu können, wie das ganze mal aussehen könnte. Im Appstore entdeckte ich eine Gartenplanungsapp, die ich empfehlen kann und mit der sehr leicht 2D und 3D Gartenplanungen möglich sind. Die App nennt sich HD3D Outdoor und gibt es sowohl für Apple iOS und für Android (unbezahlte Werbung wegen App- und Markennennung; selbst gekauft und getestet).

Ich legte also meine Hochbeete an. Als Maße wählte ich eine Breite zwischen 1,25 m und 1,5 m. Die Länge der meisten Beete liegt bei 3,0 m, was eher praktische Gründe hatte, da diese Baudielen im Baumarkt um die Ecke in genau dieser Länge verkauft werden und ich somit weniger zurechtsägen muss. In der App lassen sich die Beete anlegen und nach Belieben anordnen. Dabei lassen sich bspw. auch die Farben und Formen flexibel anpassen.

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es hinterher aussehen wird, steht neben dem Luftbild auch die Option eines virtuellen Besuchs zur Auswahl. Hier wurde für mich der absolute Vorteil dieser App bewusst. Ich konnte mir gut vorstellen, wie ich mich tatsächlich auf dem Weg stehen sah und wie es sich anfühlen würde, hier mein Gemüse anzubauen.

Im Januar war es dann soweit. Ich erntete den über den Winter verbliebenen Mangold aus dem Beet, versetzte ein paar Kräuter (Minze, Rosmarin, Thymian) und zog die Fläche mit einer Harke möglichst plan. Ich besorgte mir aus dem Baumarkt die Baudielen aus unbehandelter Fichte in 3 m Länge (20 cm hoch, 4 cm tief) und sägte die Stücke auf die entsprechenden Längen. Um den Eindruck aus der App zu testen und um zu prüfen, dass es hinterher wirklich passen wird, legte ich alle Hochbeete zurecht.

Alles passte so, wie ich es geplant hatte. Wie ihr sehen könnt, lagerte vor dem Gemüsebeetbereich bereits Kompost, den ich im letzten Jahr mit einem Hänger von der Kompostierungsanlage geholt hatte. Mir war jedoch klar, dass ich zum Befüllen der Beete deutlich mehr Kompost benötigen würde. Also bestellte ich eine Lieferung mit 5 Kubikmetern Komposterde, die auch prompt geliefert wurde.

Wer schon einmal 5 Kubikmeter Kompost mit Schaufel und Schubkarre bewegt hat, der kann sich gut vorstellen, dass ich an dem Abend ziemlich gut schlafen konnte. Nach ca. 4 Kubikmetern war ich so erschöpft, dass ich überlegte, ob der Rest nicht einfach auf dem Weg liegenbleiben könnte.

Bailey freute sich über den warmen Kompost, der an diesem Januartag so schön von unten wärmte.

Ich mag zwar den Look von dem unbehandelten Holz der Baudielen, allerdings finde ich sie in einem dunkleren Farbton deutlich schöner. Meine erste Überlegung war, die Beeteinfassungen mit Holzschutzfarbe zu lasieren. Allerdings war ich mir unsicher, inwieweit die Farbe, evtl. durch Regen, in die Komposterde einziehen würde und sich dann im Endeffekt in meinem Gemüse wiederfinden würde.

Bei einem befreundeten Möbelbauer hatte ich gesehen, dass er hellem Holz durch intensives Abflammen neben dem Herausarbeiten der Maserung auch eine schöne Farbe verpasste. Also besorgte ich mir einen Anwärmbrenner, den ich an eine Gasflasche anschloss.

So lassen sich im Handumdrehen die Dielen in einem schönen dunklen Ton gestalten. Da der Brenner samt Gasflasche mobil ist, ging ich schnell dazu über, die Beete einfach direkt auf der Fläche zu schwärzen.

Gasflasche und Anwärmbrenner zum Schwärzen der Hochbeete

Gestaltung der Wege

Zwischen den Hochbeeten legte ich dicke Pappe aus, die ich versuchte etwas unter den Rand der Hochbeete zu legen. Die Pappe verhindert, dass Licht an die Erde darunter gelangt und somit deutlich weniger Unkräuter auflaufen können. Mit der Zeit kompostiert sich diese Pappe von selbst, sie kann dort also einfach liegenbleiben. Ihr solltet nur darauf achten, dass es keine glänzende Pappe ist, da die meist foliert sind und dann deutlich schlechter verrotten.

Auf die Pappe habe ich gehäckseltes Holz verteilt, das ich vor einigen Wochen über ebay-Kleinanzeigen gefunden hatte (unbezahlte Werbung wegen Markennennung).

Und so sieht der Bereich jetzt aus…

Benötigte Materialien

Hier noch eine Auflistung von benötigten Material, Werkzeug, etc.

  • Für die Planung empfehle ich die App HD3D, gibt es sowohl für Android- als auch Apple-Produkte. Ich habe die App auf dem iPad genutzt (unbezahlte Werbung wegen Marken- und Produktnennung).
  • Baudielen, für den Gemüseanbau empfehle ich unbehandeltes Holz in 20 cm Höhe und 4 cm Breite. Meist werden die Baudielen in verschiedenen Längen angeboten. Die perfekte Länge hängt maßgeblich mit eurer Planung zusammen. Wählt die Länge so aus, dass ihr möglichst wenig Kanten sägen müsst.
  • Eine Säge zum Kürzen der Dielen. Ich habe eine Kreissäge genutzt, mit einer Stich- oder einer Handsäge klappt das natürlich auch. Es kommt hier auch nicht auf eine Genauigkeit im Millimeterbereich an.
  • Einen kleinen Holzbohrer zum Vorbohren der Verschraubungen und lange Schrauben, um die Dielen miteinander zu verschrauben. Ich habe Spanschrauben (4,5 x 80) verwendet und für jede Seite 3 Schrauben genutzt.
  • Gasflasche und Anwärmbrenner, um die Hochbeete final zu behandeln und den entsprechenden Look zu bekommen. Bei Amazon bekommt ihr bspw. diesen hier: (über das Bild gelangt ihr zu Amazon, solltet ihr eine Bestellung aufgeben, bekomme ich eine kleine Provision. Es ist also bezahlte Werbung, obwohl ich den Brenner selbst gekauft und getestet habe. Nur zur Info 😉
  • Und natürlich jede Menge Kompost zum Befüllen der Beete

Solltet ihr noch Fragen haben, schreibt mir gerne einen Kommentar oder schickt mir eine Nachricht über das Kontaktformular oder bei Instagram.

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