Küchengarten

Gemüsebeete neu anlegen – von der digitalen Planung zur Ausführung — Teil 1

Die Entwicklung meines Gemüsebeets

Wie jede gute Geschichte beginnt auch die meines Gemüsebeets mit einigen Fehlschlägen und lessons learned. Viele Fehler sind zwar im Rückblick meist wichtig für den Lernprozess, andere jedoch kann man sich echt und ganz wirklich einfach sparen. Deshalb besteht dieser Beitrag aus zwei Teilen. In diesem Teil 1 geht es um die Entwicklung meines Gemüsebeets und wie es dazu kam, dass ich Anfang 2020 alles digital neu plante und dann umsetzte. Im zweiten Teil berichte ich euch über den Planungsprozess, inkl. einer kurzen Vorstellung der verwendeten App und der benötigten Materialien. Wer also direkt zu meiner Umgestaltung aus 2020 springen möchte und sich die Fehler von 2018 und 2019 sparen möchte, ich bin dir nicht böse … Teil 2. Wer die gesamte Evolution meines amateurhaften Gemüseanbaus miterleben möchte, bitte einfach weiterlesen.

Als ich den Garten im Mai 2018 übernommen habe, bestand das Gemüsebeet aus einer brachliegenden Fläche, die sich über den Winter selbst mit einer dicken Schicht Unkraut geschützt hatte.

Hochmotiviert und ohne Ahnung begannen Bailey und ich also den Bereich in schweißtreibender Arbeit umzugraben.

Heute würde ich wohl eher den Ansatz des „no-dig“ Gartenpapstes Charles Dowding verfolgen und einfach die komplette Fläche mulchen, aber dazu unten mehr.

So begannen wir also: Bailey ganz ohne Werkzeug, ich nutzte die Geräte, die ich im Schuppen fand. Schon bald hatte mein Nachbar Peter Mitleid mit mir und überreichte mir seine Rodehacke. Dieses tolle Grabewerkzeug läuft auch unter dem Namen Wiedehopfhaue und ganz ehrlich, ohne eine Wiedehopfhaue würde ich heute im Garten gar keine Umgrabearbeiten mehr anfangen.

Die ersten Gemüseversuche

Von Unkraut befreit und einigermaßen glatt gezogen, wurde das Gartencenter gestürmt und wir kauften alles, was uns gefiel. Dabei auch einige Erdbeerpflanzen (die es heute noch gibt) und ein paar Gemüsepflänzchen. Mit scharfen Augen erkennt ihr vielleicht das rotblättrige Basilikum, das es heute nicht mehr gibt und seine beste Zeit schon nach dem Ausladen aus dem Kofferraum hinter sich hatte.

So sahen dann also die allerersten Anfänge aus. Was ich nicht wusste, war, dass durch das Umgraben jede Menge frische Unkrautsamen, die jahrelang tief in der Erde schlummerten, nun ans Licht befördert wurden. Ich hatte also den restlichen Sommer über genug damit zu tun, das wenig wachsende Gemüse von den hochmotivierten Unkräutern zu unterscheiden.

Das zweite Jahr

Im zweiten Jahr sollte also alles besser werden. Ich hatte aus den Fehlern des Anfangs gelernt, jedoch wohl nicht genug, wie sich noch zeigen würde.

Niki und Katrin hatten mir von Kartoffeltürmen erzählt. Eine elegante Lösung, um auf wenig Fläche viel Kartoffel anzubauen. Coole Idee dachte ich, lud die beiden ein und wir bauten aus Baudielen aus dem Baumarkt die Türme auf.

Die Kartoffeln entwickelten sich schnell und prächtig. Die Sonne wärmte die Türme schon früh im Jahr auf. In die oberen Etage pflanzte ich Erdbeeren und die neuen Beetnachbarn verstanden sich super. Dazu experimentierte ich mit allen möglichen Gemüsesorten. Die meisten davon waren Spontankäufe im Gartencenter oder das Überangebot aus dem Nachbargarten. So reagierte ich eher und gab jeder kleinen Gemüsepflanze eine Chance zu gedeihen und mich hoffentlich irgendwann zu einem späteren Zeitpunkt satt und glücklich zu machen. Ich war bereit, dafür viel Zeit, Liebe und Wasser zu investieren.

Einige Gemüsesorten schafften es, sich bei der Ernte lange in mein Glücksgedächtnis einzubrennen:

  • Erbsen, die roh direkt aus der Schale so schön süß schmecken.
  • Zucchini, weil sie einfach immer weiter Blüten und Früchte produziert.
  • Bei der Kartoffelernte war ich wie im Goldrausch. Einfach diese Knollen aus der Erde zu buddeln, was für ein tolles Gefühl.
  • Fenchel, der dann direkt mit Chorizo in einer Pfanne auf den Grill wandert… ungeschlagen.
  • Salat, den man immer weiter ernten kann, wenn man immer nur die unteren Blätter erntet.

An vielen Tagen brachte ich abends Schalen mit eigenem Gemüse nach Hause. Wahnsinn. Ich denke, ich muss an dieser Stelle keiner Leserin und keinem Leser erklären, dass der Preis von selbstgezogenem, gepflegten und geerntetem Gemüse unbezahlbar ist. Bei dem Aufwand, der für eine einigermaßen gelungene Ernte notwendig ist, wirken die Preise selbst des nobelsten Bioladens spottbillig.

Hier geht es weiter zu Teil 2

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